55er Super 88: Ölfilter im Hauptstrom? Welches Öl?

#1 von Jochen , 03.05.2016 09:22

Es ist mir fast peinlich, diese Anfängerfrage zu stellen, aber um so mehr man sich mit dem Thema befasst, desto unsicherer wird man. Zunächst mal die Frage, befindet sich der Ölfilter beim 1955er Modell im Hauptstrom, das würde bedeuten, man könnte ein legiertes Mehrbereichsöl (z.B. 20W50) verwenden. Handelt es sich nur um einen Nebenstromfilter, ist man mit einem unlegierten Öl (auch hier gibt es mittlerweile Mehrbereichsöle) ohne Reinigungs- und Schmutztrage-Additive besser beraten. Kann mir jemand auf die Sprünge helfen?


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Jochen
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RE: 55er Super 88: Ölfilter im Hauptstrom? Welches Öl?

#2 von Willypsilon , 03.05.2016 20:14

Also bei dir Frage kann ich dir nicht helfen. Ich bin kein ölguru.
Was mich aber interessieren würde, warum kann man, wenn der Ölfilter im Hauptstrom ist ein Mehrbereichsöl nutzen und wenn dem nicht so ist, auch nicht dieses Öl?
Danke schon mal für die Antwort.

Willypsilon

 
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RE: 55er Super 88: Ölfilter im Hauptstrom? Welches Öl?

#3 von KalleWirsch , 03.05.2016 20:45

Hallo Jochen,

ich hab, frag mich bloss nicht von wem, folgendes für den 54er Olds, in meinen Unterlagen. Kannst du also problemlos beim 55er verwenden
(hab normales 20W 50 in meinem neu gemachten "57-Motor ...)

Zitat
- 1. Motorenöl:
- Castrol Classic XL SAE 20W-50 (Ist ein mineralölbasisches Einbereichs-Motorenöl für klassische Motoren . Es wird zwar erwähnt für Motoren ab 1960, aber das ist für unseren Motor genau das richtige). Du kannst auch das Kroon-Oil Classic SAE 20W-50 nehmen. Die beiden schenken sich sicher nichts. Ist eine reine Preissache und da schneidet Castrol besser ab.



Um sicher zu gehen, hier noch das von www.testberichte.de/

Milde Sorte für Nachkriegs-Klassiker

Bei klassischen Fahrzeugen kann man mit einem hochmodernen Motoröl mehr Schaden als Nutzen anrichten, falls die alten Materialien sich nicht mit den Zutaten eines zeitgemäßen Schmierstoffes vertragen. Das Castrol-Öl in der Viskosität 20W-50 ist nicht für Vorkriegs-Oldtimer gedacht, sondern soll als mild legiertes Mehrbereichsöl eine Brückenfunktion zwischen Vergangenheit und Gegenwart übernehmen und Motoren aus der Zeit der 50er Jahre bis zum Baujahr 1980 schmieren, die bereits über einen Ölfilter verfügen.

Für Fahrzeuge aus den siebziger Jahren unnötig
Mit seiner Zeitangabe ist der Hersteller allerdings etwas über das Ziel hinausgeschossen. Bereits in den 70ern waren moderne Vollsynthetiköle verfügbar, etwa von Valvoline oder Mobil. Die Notwendigkeit, in einen Youngtimer ein teures Spezial-Klassik-Öl einzufüllen, besteht keineswegs etwa bei einem Erstserien-Golf, einem Mercedes /8, einer S-Klasse der Baureihe W116 oder einem Ford Granada. Zudem hat Porsche bereits in einer Freigabeliste aus dem November 2000 zahlreiche moderne 0W- oder 5W-40-Öle für seine Motoren bis zurück zum Baujahr 1973 zugelassen, altertümliche 15W-40- oder 20W-50-Mineralöle aber komplett aus dieser Liste verbannt. Wer dennoch in seinen Nachkriegs-Youngtimer ein 20W-50-Öl einfüllen möchte, findet dieses auch weiterhin im ganz normalen Angebot großer Hersteller, ohne derart tief in den Geldbeutel greifen zu müssen. Als Beispiel wäre das Valvoline TURBO V für rund 23 EUR zu nennen.

Greift alte Dichtungen nicht an
Bleiben noch die Fahrzeuge der fünfziger und sechziger Jahre übrig. Bei ihnen können Dichtungen verbaut sein, die mit den Additiven normaler Öle nicht zurechtkommen, so dass Ölverlust die Folge wäre. Hier ist das mild legierte Classic-XL am richtigen Platz. Ob es bei solchen zumeist wertvollen Liebhaberstücken eingefüllt werden muss, wäre bei Oldtimer-Clubs oder beim Fahrzeughersteller zu klären. Folglich kann dieses Öl, das im stilvollen nostalgischen Kanister daherkommt, sinnvoll bis notwendig sein. Offenkundig ist aber der Versuch des Herstellers, es zusätzlich Kunden aufzudrängen, die ebensogut oder sogar besser mit einem normalen Schmierstoff bedient wären. 5 Liter des Classic-XL SAE 20W-50 sind für 40 EUR erhältlich (Amazon).

Autor: Hendrik 11.09.2012
Quelle http://www.testberichte.de/p/castrol-tes...estbericht.html


Mach' dir keine Sorgen wegen deiner Schwierigkeiten mit der Mathematik. Ich kann dir versichern, dass meine noch größer sind.
Zitat von Alber Einstein

 
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RE: 55er Super 88: Ölfilter im Hauptstrom? Welches Öl?

#4 von Jochen , 04.05.2016 08:19

Danke für die Antworten!

Also, dann habe ich es ja bisher richtig gemacht mit einem "milden" 20W50.

@willypsilon: Ob Mehrbereichs- (also z.B. 20W50) oder Einbereichsöl (etwa ein SAE30) ist nicht das Problem, die Frage ist legiert oder unlegiert und welche (wie viele) Additive. Ein unlegiertes Öl hält die Schwebstoffe und eventuellen Abrieb nicht im Umlauf und führt sie nicht dem eventuellen vorhandenen Ölfilter zu, der Sinn ist, daß sich diese Teilchen in der Ölwanne absetzen und beim nächsten Ölwechsel mit abgelassen können. Bei einem legierten modernen Mehrbereichsöl werden Schwebstoffe und Partikel im Ölkreislauf gehalten, um dann im Ölfilter zu landen. Hast Du nun ein Auto ohne Ölfilter oder nur einen Ölfilter im Nebenstrom, ist das natürlich nicht gut für den Motor, denn der ganze Dreck fährt dann bis zum nächsten Ölwechsel im Motor spazieren und sorgt dort für erhöhten Verschleiß.

Ich hab mal ein bißchen im Internet rumgesucht und mir unter anderem den Test der Auto Bild Klassik zum Thema Oldtimeröle angeschaut. Ganz interessant, dort gewinnen ausgerechnet die Ölsorten mit dem höchsten Schwefelgehalt, obwohl gerade das nicht gut sein soll. Ein Öl wie etwa das 20W50 von Wagner mit niedrigem Schwefelgehalt und einer hohen alkalischen Reserve (die Säuren im Öl binden soll) schneidet eher schlecht ab. Interessant auch die Stellungnahme der Fa. Wagner, die den Test der Auto Bild Klassik praktisch ad absurdum führt. Die Fa. Wagner sagt auch, dass "richtige" Ölstests eben auch richtig Geld kosten...


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zuletzt bearbeitet 04.05.2016 | Top

RE: 55er Super 88: Ölfilter im Hauptstrom? Welches Öl?

#5 von Admin , 05.05.2016 15:19

Das einzige was ich dir dazu sagen kann ist, mein Vater hat immer in seinen Mercedes Diesel HD gefüllt. Im Sommer eine höher Zahl, glaube 30, und im Winter 10 eingefüllt. Mein Vater starb, sein Auto stand 6 Jahre in der Garage. Als ich das Auto wieder in Betrieb nahm war das HD-öl vom Markt (Tankstelle). Der damalige Tankwart sagte dann zu mir, ich solle 20W40 rein kippen. Hab ich dann auch gemacht und hatte nie Probleme damit.

Was jetzt für ein Filter, Haupt- oder Nebenstrom verbaut ist, wollte ich nie wissen. Konstruiert wurde der Motor in den 30er Jahren (die ersten 170er Taxis mit Dieselmotoren) und unverändert (bis auf andere Lager) gebaut bis 1978. Es war der Vorkammerdiesel mit Vorglühstarter (der mit der Diesel-Gedächtnis-Minute) im W123 als 200D und 240D. Im übrigen hat nicht nur Mercedes so lange einen Motor gebaut. Der erste Opel Kadett (Vorkrieg) -Motor z.B. fand sich zuletzt im Opel Corsa der 70er Jahre. Die vorgeschriebenen Öle haben sich geändert, die Motoren, bis auf die Lager, nicht !

Mach dir da also nicht so viele Gedanken darum. Hält das Öl die Partikel in der Schwebe, fliessen sie beim Ölwechsel ab. Setzen sich die Partikel ab, sind sie ganz unten in der Ölwanne und fliessen bei den modernen Ölen auch ab. Ölschlamm gab es meines Wissens nur bei Einbereichsölen. Und da hilft nur Ölwanne runter und reinigen. Und von der Ölpumpe wird niemals am tiefsten/am höchsten Punkt angesaugt. Halte den Ölstand immer in dem Markierungsbereich des Messstabes.


Wenn du bis zum Hals in der Sch.... steckst,
lass bloss den Kopf nicht hängen

 
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