1969 Cutlass S aus Biel

#1 von Tom76 , 24.03.2016 17:58

Hallo Zusammen,

da meine Homepage bis nach der Motorrevision ausser Betrieb ist, schreibe ich mal hier etwas :-)

Den Olds habe ich im Mai 2011 in ZH gekauft. Ursprung war ein Motorradunfall mit einem kompliziertem Trümmerbruch im rechtem Fuss.
Meine Frau verbot mir ab da jeden Kontakt mit Motorräder in 3D... Darauf habe etwas gezickt und wollte ein "geiler Wagen als Ersatz".
Ich gab ein paar Eckdaten und Vorlieben, heraus kam zwar kein Dragster der Top Fuel-Klasse, dafür dieser Cutlass.

Habe viele Kilometer damit gefahren. Im ersten Jahr 8'000Km, habe eine Hochzeit mitgemacht in Schaffhausen un das mit 15 Jahren alten Pneus und min. 20 Jährige Keilriemen...
Im Zweiten Jahr wurde die Kühlwasserpumpe, Keilriemen, Batterie, Wasserschläuche und alle Flüssigkeiten ersetzt.
Kurz davor habe ich ein "Request for Vehicle Option Information" bei GM in Canada angefragt und erhalten!
Daher wusste ich welche Wasserpumpe ich haben musste !

Danach habe ich hier und da etwas ersetzt und Brav die Services gemacht.

2013 fingen dann die Probleme mit der Temperatur an. Dies zeigte sich beim Starten oder "kurz" stehen. Es gab Temperaturen die bis 110°C gingen und auch einmal darüber!
Darauf habe ich den Kühler ausgewaschen und das ByPass-Temperatur Ding ersetzt inkl. das Kühlwasser. Das was den Bypass steuert bis der Motor warm ist.
Gebracht hat es nur wenig. Vielleicht 3-4°C weniger im Schnitt.
Im Winter 2013 habe ich den Kühler getauscht und wieder das Wasser.
Im Mai 2014 war ich noch in Bern Kirchberg an einem Meeting. Fuhr zurück ins Wallis, waschte das Auto und...... nichts ging mehr.
Habe den Zündverteiler getrocknet, Stundenlang gewartet damit alles trocken ist dann sprang er an.
Ich ruckelte mit Vollgas einen kleinen Anstieg hoch mit NULL Leistung und ca. 20 Km/h.
Ich war mitten im Verkehr als ich nach 500 Meter die Temperatur bei 120°C sah .
Ich fuhr auf das Trottoir und stellte alles ab. Von da an ging die Leidensgeschichte los...

Neuer Vergaser, neue Zündspule und Kabel, neuer Zündverteiler und Kerzen....nichts.
Vergaser in die Staaten gesendet zur Revision...nichts.

Es haben 5 oder mehr Personen am Motor herum gebastelt, ausprobiert und gewerweisst.

Es läge am Zündfunken da dieser gelb und nicht blau sei, ev. sei die Spule defekt und deshalb sei der Funke gelb,
ev. sei die Steuerkette "gesprungen" so das die Synchronisation nicht stimme, Riss im Block oder den Ventilköpfen,
ev. Vergaser defekt oder die Benzinpumpe, ev. sind die Ventile verklemmt, ev. ist "nur" die Zündung verschoben, usw und so fort.............


Letzten Sommer kam ein ehemaligen GM Mechaniker zu mir und wir haben zusammen div. Arbeiten gemacht:

1. Lüfter an der Wasserpumpe abgeschraubt
2. Kühlsystem entleeren und Schläuche weg
3. Keilriemen weg
4. Lichtmaschine Halterung entfernt
5. A/C Halterung entfernt
6. Ventildeckel entfernt
7. Zündung komplett entfernt
8. Vergaser abgeschraubt

9. Jetzt am Kurbelwellen - pulley drehen bis das Einlassventil öffnet von Zyl. 1

10. Mit einem kleinen Schraubenzieher durch das Zündkerzenloch auf den Kolben tasten.
Am Kurbelwellen - Pulley drehen bis der Kolben den obersten Punkt steht.
Dies ist der obere Totopunkt und die Position des Zündverteilers wo auf dem Zyl. 1 stehen muss.
Ab jetzt sollte jeder Zylinder überprüft werden ob die Ventile sich bewegen.
Der Takt ist folgender massen:

Zyl. 1.

Takt 1 = Kolben geht nach unten und Einlass geht auf, bevor ganz unten schliesst es.
Takt 2 = Kolben kommt nach oben, verdichtet zündet nach OT.
Takt 3 = Kolben geht nach unten, Ventile bleiben zu.
Takt 4 = Kolben geht um UT, Auslass öffnet, stösst Abgase aus. Vor OT Schliesst Auslass.

Jeweils dann wenn ein Ventil entlastet ist, am Schaft versuchen zu drehen.
Ist es leicht drehbar ist es frei und ev. in Ordnung.

Während dem drehen des Jeweiligem Zylinders die Kompression prüfen.
Der Druck sollte im kalten Zustand 7-9 Bar betragen.

Nach der Prüfung stand fest:

Zylinder 1 = 1.0 Bar
Zylinder 2 = 3.0 Bar
Zylinder 3 = 4.5 Bar
Zylinder 4 = 5.0 Bar
Zylinder 5 = 0.0 Bar
Zylinder 6 = 2.0 Bar
Zylinder 7 = 1.5 Bar
Zylinder 8 = 2.5 Bar

Dies lies den Schluss zu dass angenommen werden muss das etwas mit den Ventilen nicht ok ist. Warum? Weil die Kompression alle komplett unterschiedlich waren!
Es kann vorkommen das die bei 6 bar sind, dann aber alle gleich ( +- 0,5 bar ).

Darauf beschlossen wir die Ansaugspinne zu entfernen. Das was da hervor kam war erschreckend!
Schon auf dem Hitzeschild ( Dichtung Ansaugspinne und Block als grosses Blech ) waren Verkrustungen zu sehen.
Verkohltes Öl oder eben das was davon übrig war.


Ich habe mich danach kundig gemacht was eine Revision im Schnitt kostet. So 10'000.- sollte man einplanen im Standart.

Zuerst habe ich Yankee Motors angefragt. Sehr kompetent, sympathisch und hat schon gute Referenzen zu bieten.
Das Problem ist dass ich den Motor selber aus- und wieder einbauen muss.
Daran hat es dann gescheitert.

In der CH habe ich dann die Motorenrevision.ch, in Partnerschaft der SS-Garage, gefunden und die Sache läuft dieses Jahr ab :-)

In der Zwischenzeit habe viele Informationen zusammen gesucht und gefunden.
Im Moment warte ich noch auf die Fotos vom Strassenverkehrsamt, wo steht wer den Olds vorher hatte und wer Ihn gekauft hat!

So, das ist dass was ich mal kurz loswerden wollte....

Grtz Tom

 
Tom76
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RE: 1969 Cutlass S aus Biel

#2 von Admin ( Gast ) , 26.03.2016 22:07

wie viele km hat denn dein Auto auf der km-Zähler

und ein kleiner Tip ... seh zu das du möglichst alle Teile schon parat liegen hast, das vereinfacht alles

Admin

RE: 1969 Cutlass S aus Biel

#3 von Tom76 , 26.03.2016 22:15

Km auf dem Zähler ca. 35'750, wobei dieser 2x schon rum ist, also 235'750 Km.
Es sind eff. mehr als diese, da zwischenzeitlich das Kabel für die Geschwindigkeit defekt war.

Im Juni gehe ich zur Firma wo die Revision durchgeführt wird. Da wird besprochen was ich will und machbar ist.
Ebenso das Budget. Ich hoffe das wir da einen "Leistungsvertrag" abschliessen können.

Eigentlich wird die Firma die Teile dann bestellen. Auch die Garage wo der Motor aus- resp. wieder eingebaut und eingestellt wird,
wird die Teile besorgen die noch benötigt werden.

Ich kann ja dann schreiben was weiter noch kommt.

Grtz Tom

 
Tom76
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RE: 1969 Cutlass S aus Biel

#4 von mosquito , 21.04.2016 17:48

Dann wünsch ich viel Erfolg.
Ich hab das bei meinem 442 hinter mir :-)

Gruss Beat

 
mosquito
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RE: 1969 Cutlass S aus Biel

#5 von Tom76 , 21.04.2016 20:29

Danke Mosquito :-)

Bin gespannt wie dass es am Ende heraus kommt.

Habe gerade gesehen dass Deiner ein Bieler ist

Grtz Tom

 
Tom76
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RE: 1969 Cutlass S aus Biel

#6 von oldnew , 21.12.2016 08:02

Das kommt bei mir im Frühjahr auch noch, nachdem mein Kompressionstest auch nicht so pralle war und öl leckt am Zylinder 5

 
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RE: 1969 Cutlass S aus Biel

#7 von Ninetyeight , 04.01.2017 14:40

Holla..... das muss man nicht jeden Tag haben.

 
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69er Cutlass S - Motorrevision
Rear Axle 1968

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