Wie kommt man zu einem 1957er Oldsmobil und die Folgen (kurzfom)

#1 von Admin , 10.03.2016 07:02

Da nicht jeder meine Homepage ( http://1957oldsmobile.jimdo.com/die-gesc...lden-rocket-89/ )kennt, berichte ich hier auch mal darüber

Das mit Oldsmobile begann im Jahr 2011

Ich war über einem Jahr auf der Suche nach einem neuen Spielzeug für Erwachsene. Es sollte wieder ein Sternenkreuzer aus den 60er Jahren sein

Anforderung: Baureihe W111 oder W112

Bedeutet: mindestens 6 Zylinder, egal ob mit Vergaser oder Einspritzmotor (W111) oder das damalige Flaggschiff, den 300 SE mit Luftfederung. Ein Mercedes 170S W191 wäre auch noch akzeptabel gewesen.

Mehr wie 20.000 SFr wollte ich nicht ausgeben. Und das ist meiner Meinung nach sehr viel Geld für ein Fahrzeug, das ich seit über 20 Jahre fahre und mit dem ich aufgewachsen bin. Es mag diffamierend klingen, aber für mich sind diese Fahrzeuge "Occasionsfahrzeuge" (Anm. zu Deutsch "Gebrauchtwagen).

Eines Tages war ich mit meiner Frau auf dem Heimweg. Und am Strassenrand vor einer Autogarage für US-Fahrzeuge parkten wunderschöne zweifarbige Flossengefährte ohne Stern. Meine Frau hat es wohl beeindruckt und sie sagte zu mir "wie wäre es denn mit so einem Auto..... mir könnte das gefallen". Ich dachte, warum nicht.

Zuhause angekommen blätterten wir im Internationalen Netzwerk. Ich schrieb mir eine Liste der in Frage kommenden Autos auf.

• Buick Roadmaster 1955-1958
• Cadillac de Ville 1960
• Chevrolet Bel Air 1956
• Dodge Polara 1960-1961
• Pontiac Cheftrain 1958

Mehr habe ich damals nicht gefunden was uns gefiel.

Ich sprach mit einem Kollegen, der wusste das ich einen Mercedes suche, und er sagte einfach so zu mir "warum sagst du mir nichts, ich hab ein Oldsmobile Golden Rocket von 1957 als 4door Hardtop Coupé in gutem originalen Zustand bei mir stehen". Oldsmobile Rocket .... keine Ahnung was das ist. Also wieder die virtuelle Welt des Netzes besucht und mir Bilder von 1957er Oldsmobile Rocket angesehen. Es ist unbeschreiblich was in diesem Moment in mir vor ging. Ein vergleichbares Gefühl hatte ich bis heute nur sehr wenige male. Das letzten mal begegnete ich diesem Gefühl bei meiner Lebensgefährtin. Dieser Hüftschwung (Nein, nicht der meiner Lebensgefährtin) ... dieses verspielte und mit jeder Menge Chrom versehene Armaturenbrett ... Einfach Traumhaft mit welcher liebe zum Detail dieses Auto konstruiert wurde. Es stand fest, dieses Auto musste es sein. Einen Wehmutstropfen gibt/gab es allerdings. Das Automatik-Getriebe ist ausgebaut und nicht einbaufertig. Es sollte aber noch gemacht werden.

Wieder bemühte ich den PC und kam so zum Tri Chevy-Forum. Dort sagte man mir, dass sich dieses Getriebe Jetaway nennt und ein Hydramatik-Getriebe ist wie es u.a. auch in Rolls Royce und div. anderen Amerikanischen Autos des GM Konzerns Verwendung fand. Unterschied ist aber, im Golden Rocket wurde ein Viergang-Automat verbaut. Und dieses Getriebe mit vier Gängen gibt es wohl nur im 57er Rocket. Der alte Herr, der mit der Überholung des Getriebes vor zwei Jahren beauftragt wurde, kam auch jetzt mit "Druck" nicht in die Gänge. Egal, ich will dieses Auto haben ... Wir einigten uns auf einen anderen Preis und ich sollte das Auto in den nächsten Tagen mit defektem Getriebe bekommen .

Ein paar, für mich unendlich lange Wochen vergingen und wir hatte das Auto in unserer Garage stehen.

Jetzt, nach dem ich das Auto immer mal inspiziert habe sehe ich es etwas nüchterner. Vieles liegt im Argen. Das beginnt bei der Elektrik und endet an mittlerweile diversen Rostnestern. Mal sehen wie es weiter geht

Nur damit man mich richtig versteht, die Kombination "sehr guter Kollege, Arbeitgeber, Zusage "fertig für TÜV" mit dem Hinweis Getriebe kaputt, alles funktioniert, guter Zustand, Preis 12.000€

die ersten Fotos ungewaschen


nach der Wäsche


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RE: Wie kommt man zu einem 1957er Oldsmobil und die Folgen

#2 von Admin , 10.03.2016 07:33

wärend des Wartens auf das Auto suchte ich alles lesenswerte zusammen was ich finden konnte. Auch wurde mir erklärt, das alle Ami-Fans ihrem Auto einen Namen geben.

Namen für ein Auto?
Es klingt merkwürdig das ein Automobil einen Namen von seinem Eigentümer bekommt. Ich weiss, das z.B. die Mercedes Benz IG in Deutschland ihren Clubfahrzeugen Namen gibt die sich aus der Farbe des Autos und dem Vornamen des letzten Besitzers ergibt. Vor Jahren hatte ich mich schon darüber amüsiert als ein Mercedes 319, ein ehemaliger THW Leicht LKW den Namen "blauer Klaus" hatte. Bei den Chevy-Drivern anscheinen auch üblich ist, ihrem Auto einen Namen zu geben.

Der Name "Golden Rocket" klingt wie eine Melodie
Der Hüftschwung an der C-Säule ist wie der einer Frau ... eine Augenweide
Der Klang eines 8zylinders ist unbeschreiblich


Es muss also ein weiblicher Name sein?
Die üppigen, perfekt gelungenen Rundungen des Oldsmobils "57. Mir viel in diesem Moment bzgl. der Kurven und der Zeit nur der Name Marilyn Monroe ein. Warum weiss ich nicht. Auch hatte ich nie ein besonderes Faible für diese Dame. Einen Film mit ihr habe ich vermutlich in den 70ern gesehen. "Manche mögens heiss" hiess er. Da hatte sich die Blondine wohl in meinem Hinterkopf unbemerkt vergraben und kam jetzt wieder zum Vorschein , schwarz war die Schauspielerin/Sängerin nicht .. also der Zusatz "Back". Klingt auch irgend wie verrucht ... passt also

Black Marilyn

In ihrem Ausweis steht nüchtern Oldsmobile Serie S 89, aber ihr richtiger Name ist Oldsmobile Golden Rocket 88.
und eine Plakette wurde ihr gleich nach dem Erwachen auch verliehen ... Auf ihr steht: GENERAL MOTORS SA Swiss Bienne .... woww

Sie erblickte 1957 das Licht der Welt, aber sie kann immer noch locker mit den jungen Dingern mithalten wenn sie es nicht gar besser macht. Ok, sie ist trinkfest. Aber ein Porsche Cayenne auch.

Egal wo sie auftaucht. Alle zieht sie in ihren Bann.


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RE: Wie kommt man zu einem 1957er Oldsmobil und die Folgen

#3 von Admin , 11.03.2016 10:03

endlich was es soweit. Das Oldsmobile wurde aus Deutschland geliefert.




Ich stand davor und war fasziniert. Was für ein Flaggschiff. Das Automatik-Getriebe lag mit allen Anbauteilen im Kofferaum.

also hab ich das Getriebe in mein Auto gepackt und zu einem Garagisten gebracht der sich auf US-Fahrzeuge spezialisiert hat. Sein Befund, das Getriebe ist OK, er hat es gleich neu abgedichtet.


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RE: Wie kommt man zu einem 1957er Oldsmobil und die Folgen

#4 von Admin , 11.03.2016 19:33

Endlich konnte ich mir die Schönheit in Ruhe ansehen und das Drama ging los
















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RE: Wie kommt man zu einem 1957er Oldsmobil und die Folgen

#5 von Admin , 14.03.2016 23:15

Das Getriebe habe ich in meinen Bus gewuchtet ...
Wegen des hohen Gewichtes des Getriebes fuhr ich es täglich spazieren. Sollte mich der Arbeitseifer bei dieser Kälte erfassen, hole ich es direkt von der Ladefläche.

Das Getriebe wurde komplett duchgesehen und für gut befunden, wurde neu abgedichtet inkl. neuer Simmeringe vorn

Meinen Dank gilt hier an Garage Adrian Schmied/Bettwil

Es kommt immer anders als man denkt ...

Das Kreuzgelenk ist zwar defekt,

das wusste ich und ein Ersatz liegt auch schon bereit. Aber irgend wie habe ich den Eindruck, das da ein Teil zwischen Getriebe und Kardanwelle fehlt. Jetzt ist wohl wieder eine Pause angesagt :(

12. Januar 2011 ist es endlich etwas wärmer. Das Auto muss hoch damit ich das Getriebe einbauen kann. Um die 2 to kipp- und rollsicher aufzubocken, habe ich von meinem Nachbarn eine Auffahrrampe aus dicken Holzbalken ausgeliehen. Mein Gedanke war, das Auto mit meiner Winde die Rampe hoch zu ziehen. Leider stellte sich heraus, das die Steigung zu steil und die Zugkraft meiner elektrischen Winde zu gering ist. Mein alter Wagenheber musste also ran. Das Auto vorne angehoben und auf die selbstgebaute Rampe gestellt. Um die richtige Höhe zu bekommen musste ich auf die Rampen noch Holzbalken legen. Jetzt stimmt die Höhe.

Ich muss jetzt anmerken, dass das Auto von vorn per Winde und Stahlseil und hinten per Bremsklötze gegen wegrollen gesichert ist.

Ich baute es lose ein, stellte dann fest das mir wiederum ein sehr wichtiges Teil fehlt ... die Wandlerabdechung .. ohne das weder Motor noch Getriebe gehalten wird. Die Suche nach dem Teil begann ...Im Netz fand ich diverse verschiedene Abdeckungen. René von Amatrade (ZG) schickte ich diverse Bilder um ihm zu erklären was ich brauche.


Heute ist ein Tag zum feiern ... Die Wandlerabdeckung (Flywheel Inspection Cover oder transmission inspection cover) für mein 1957er Oldsmobile Golden Rocket 88 ist endlich in meinen Händen

Rene, von Amatrade, hat es geschafft mir eine Wandlerabdeckung zubesorgen. Sein Scout in den USA hat ein "57 Olds-Wrack gefunden. Der Besitzer, ein verschrobener älterer Herr musste erst überzeugt werden das ein Teil seines Autos gebraucht wird. Nach längerer Preisverhandlung war man sich einig und er baute es aus. Dann floss Geld und erst als es auf seinem Konto verbucht war, verschickte er es nach Los Angeles. Der Scout schickte es zu Amatrade und nach 3 Wochen war es da. Heute hab ich es abholen dürfen. Als ich es in Händen hielt kam mir ein furchtbar modriger Geruch in die Nase. Ich möchte nicht wissen, auf was das Auto stand, damit ein Stück Guss mit ein bisschen Lehm derart stinken kann.




So sieht es aus, wenn man es mit der Drahtbürst bearbeitet hat ...

... und dank Febreze kann manes auch in seiner Nähe ertragen


und für den, der das gleiche Problem hat, hier die Teilenummer


Der Einbau des Getriebes kann jetzt also weiter gehen ...


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RE: Wie kommt man zu einem 1957er Oldsmobil und die Folgen

#6 von Admin , 21.03.2016 06:57

Bevor ich das Getriebe einsetzen wollte, kam ich auf die Idee erst mal kontrollieren ob sich der Motor dreht. Also alle 8 Kerzen raus und oha, eine Kerze abgebrochen, eine hoffnungslos verdreckt. Trotzdem hab ich mal von Hand gedreht.



Ja, er dreht. ........nur woher kommt das Wasser das mir gerade in die Augen tropft?

Bleibt nichts anderes übrig, als den Zylinderkopf runter zu machen. Diverse Schrauben waren zu entfernen sowie einige Unterdruck- und Kühlwasserlasserleitungen.



Irgend wie ist alles sehr merkwürdig.
Negativ: Der Motor soll erst etwas über 100.000km drauf haben, hat aber einen massiven Verschleiss in den Zylindern (oval eingelaufen) und die Nocken der Nockenwelle differieren massiv.
Positiv: Alle Lager und die Kurbelwelle ist bis auf ein paar winzige Längsrillen auch OK. Selbst die Kolben könnte man wieder nehmen, wenn die Zylinder nicht ausgeschliffen werden müssten.
Wie das kommt lässt sich nur erahnen anhand des Ölschlamms, dem Dreck in den Ventildeckeln und anhand des Ölfilters. Alles macht den anschein, das dir Ölfilter nie geechselt wurde.



Ich habe mich dann entschlossen den Motor komplett überarbeiten zu lassen

Bilder der Motorinstandsetzung findet man hier: http://1957oldsmobile.jimdo.com/die-gesc...i-rocket-motor/


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RE: Wie kommt man zu einem 1957er Oldsmobil und die Folgen

#7 von Admin , 27.03.2016 10:07






















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RE: Wie kommt man zu einem 1957er Oldsmobil und die Folgen

#8 von Admin , 27.03.2016 10:16

Am Wochenende hab ich endlich mal die Zeit gefunden den Motor an das Getriebe anzuflanschen. Dabei hab ich festgestellt das die alten Stehbolzen kaum halt finden. Hab das eine oder andere Gewinde nachgeschnitten, aber naja, vertrauen das es eine beständige Verbindung ist hab ich nicht. Jetzt bin ich am Überlegen ob ich ein grösseres Gewinde in die Löcher am Motorblock schneide und dickere Stehbolzen einsetze oder es mit Flüssigmetall versuche ...

Wie man sieht bleibt es zusammen, aber fest ist was anderes


Die Stehbolzen. Nein, ich habe der Sache nicht vertraut. So lange Motor und Getriebe so gut erreichbar sind will ich das es Hand und Fuss hat. Also hab ich wieder Motor von Getriebe getrennt. Dann nachgedacht was es für Alternativen gibt. Es müssten Stehbolzen sein die an einem Ende dick (10er Gewinde), am anderen dünn (8er Gewinde) sind... . Hab hier einen Laden aufgetan der wirklich gut bestückt ist mit Eisenwaren und Industrieteilen. Aber genau das hat er nicht, auch nicht in seinen Lieferantenbüchern. Einzige Möglichkeit ist, die Stehbolzen in dieser Form anfertigen lassen

Was er zu bieten hat das hab ich jetzt auserkoren auszutesten "Gewinde einsetzen". Ob es der Belastung stand hält werde ich dann wohl sehen. Im schlimmsten Fall muss dann der Motor wieder raus und passende Stehbolzen anfertigt werden. Hab die alten Gewindelöcher aufgebohrt, Gewinde rein geschnitten, Gewinde rein gedreht damit ich wieder auf das alte Mass zurück komme und das neue Gewinde extra noch mit Loctite Superfest zusätzlich gesichert. Dann die Stehbolzen eingedreht, klar auch mit Loctite ...

So langsam ergibt das alles ein Bild.

Als ich das Auto gekauft habe, wurde mir gesagt, da stimmt was mit dem Getriebe nicht. Ich hab es damals weggebracht zur Reparatur aber da sagte man mir, es sollte funktionieren. Als ich die Gewindelöcher ausgebohrt habe kamen statt Metallspäne brauner Staub und ein paar vereinzelte Metallspäne. Das war irgend ein Kleber der wohl die Stehbolzen ohne Gewinde halten sollte. Deshalb wurde das Auto damals aus dem Verkehr gezogen. Das Getriebe war ausgebaut und lag im Kofferraum. Es ging dann durch mehrere Autohändler-Hände und am Ende war aus den defekten Gewinde in der Glocke ein defektes Getriebe geworden.

oder

man wusste das der Motor im Eimer war und baute deshalb das Getriebe aus damit man ihn nicht starten kann ... und das offensichtlich brachial

Bild, alles was man zu dieser Reparatur braucht und so sieht es am Ende aus


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RE: Wie kommt man zu einem 1957er Oldsmobil und die Folgen

#9 von Admin , 29.03.2016 21:04

Alles Bestens nach einem Gespräch mit Adi (Adrian Schmid, Classic & Speed Motor) der das Getriebe damals auf gemacht hat. Er sagte, der Kardananschluss lies sich damals drehen, wenn auch schwer und auch alle Gänge liesen sich durchschalten. Ich solle es mal mit etwas mehr Kraft (sprich mit einer Verlängerung) versuchen und keine Angst haben das ich etwas kaputt machen würde. Ohne das der Motor käuft sei kaputt machen sein unmöglich.

Das hab ich gemacht in dem ich meinen alten Engländer ansetze und mal kräftig zerrte. Es gab einen ruck und jetzt läuft die Welle. Das gleiche bei dem Schalthebel wobei einer für das Entsichern ist, der andere für die Gänge. Ein fester Ruck und es lässt sich einwandfrei in alle Gänge schalten. Den schönen Motor samt Getriebe habe ich heute Nachmittag im Motorraum versenkt. Eigendlich schade das man davon jetzt nur noch so wenig sieht.

Anm. zum Bild

Der Motor steht nur auf dem Gummisockel und ist dort noch nicht verschraubt. Das Getriebe ist weder mit der Kardanwelle verbunden noch mit dem Rahmenteil verschraubt. Es wird im Moment nur von einem Wagenheber gestützt bis ...


Ach Leute, es ist zum verzweifeln. Motor ist auf dem vorderen Sockel, Getriebe ist dran und lässt sich schalten, die Ausgangswelle dreht ... und ich bekomme den Trägerbügel vom Getriebe nicht an den Halter geschraubt. Das Gewinde greift nicht ... vermutlich fluchtet es nicht

Ich komme wohl kaum drumm herum den Motor wieder auszubauen, den Halter zu befestigen und dann wieder den Motor versenken

Update 30. August 2015

Ich wollte den Motor wieder raus holen. dabei ist das Abschleppseil das den Motor hält gerissen. Er liegt jetzt auf der Traverse und dem Lenkgestänge. So kann ich nicht unters Auto den Motor neu befestigen. Ene andere Lösung muss her. Ich kaufe mir einen Balancer

Bin den halben Tag herum gefahren ... ein Balancer ist nicht für Geld und Gute Worte auf die Schnelle zu bekommen. Lieferzeit 2 Wochen, Preis 60.- plus 20.- Porto ...

Update 02. September 2015

Ich hab in meiner Altmetallkiste gekramt und mich entschlossen den Balancer selbst zu bauen ... das Ergebnis ist unten zu sehen. Vermutlich etwas Überdimensioniert aber dafür hab ich die Gewissheit das er auch hält



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RE: Wie kommt man zu einem 1957er Oldsmobil und die Folgen

#10 von Admin , 07.04.2016 11:08

Upadate 03. September 2015

Motor mit dem Balancer ausgebaut. Musste feststellen das auch da die Gewinde weg sind. Also aufgebohrt, Gewinde geschnutten, eine Gewindehülse jeweils eingedreht und die Halter befestigt. Sitzen Bombenfest.
Motor wieder eingabaut ... wie geil ist das denn mit so einem Balancer ...

Update 04. September 2015
Irgend wie muss ein Fluch auf dem Auto liegen. Mein treuer Freund der 5to-Wagenheber hat gestern noch einwandfrei funktioniert, heute hebt er den Olds nicht mehr ... Öl ist übrigens keines aus dem Hydraulikzylinder ausgelaufen

Update 06. Sept 2015
Heute Morgen wollte ich mal nachsehen was mit dem Wagenheber los ist. Hab die Öleinfüllschraube am Wagenheber ausgedreht und ohne das er eine Last heben muss und mit dem Hebel gepumt als mich meine Bandscheibe schmerzlich daran erinnert das ich nicht mehr der Jüngste bin. Ich werde wohl eine mehrtägige Pause einlegen müssen :(

Der Wagenheber steht jetzt vor dem Auto wie ich ihn habe stehen lassen und da wird er noch ein paar Tage stehen ...

So, der Wagenheber hebt wieder. Hat ein kleiner Schluck Hyrauliköl gefehlt.

Motor ist fest eingebaut, Getriebe ist fest eingebaut, Wandlerabdeckung und Getriebetraverse ist fest ...

Hab die Ansaugspinne provisorisch mal auf den Motor gestellt um zu sehen wo und wie das damals alles angeschlossen war. Auseinander genommen hab ich alles am 26. Juni 2011 ... Puzzle für Erwachsene ... mal was anderes




Montag, 29. Februar 2016 - Mittwoch 03. März 2016

Ein guter Kollege ist extra weit her angereist und wird wohl hier ein paar Tage verbringen und mir beim Zusammenbau von Marilyn helfen.

Ansaugspinne ist befetigt, Servo-Pumpe ist befestigt, LiMa ist befestig. Das Rätselraten beginnt jetzt richtig. Welche Leitung gehört wo hin ... und Marilyn hat davon jede Menge unterm dem schicken Kleid. Benzinleitungen und Unterdruckleitungen. Und wie immer was das Oldsmobile betrifft, ist besonders. Die Luftleitungen sind zwar Bremsleitungen, aber die Verschraubung hat ein Amerikanisches Gewinde. Weiss der Kuckuck wie es sich nennt UNC oder ... oder ...


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RE: Wie kommt man zu einem 1957er Oldsmobil und die Folgen

#11 von Admin , 14.04.2016 20:19

Es geht mit grossen Schritten vorwärts. Auspuffkrümmer und Auspuff sind montiert. Klingt nach nicht viel, ist aber ein Akt wenn man keine Grube oder Lift hat.

Übrigens, bei Marilyn werden die Radmuttern auf der Fahrerseite anders herum gedreht als üblich ... also haben sowohl die Stehbolzen als auch die Radmuttern Rechtsgewinde!
https://image.jimcdn.com/app/cms/image/t...26374/image.jpg" border=0>






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RE: Wie kommt man zu einem 1957er Oldsmobil und die Folgen

#12 von Admin , 14.04.2016 20:23

Am Abend haben wir noch für den nächsten Tag vorbereitet, das Auto seitlich hoch gehoben, zwei festgegammelte Radmuttern mit Hitze gelöst, die Bremse hinten demontiert. Das Powerbrake wurde ausgebaut, zerlegt und gereinigt (Fotos machen hab ich dummer weise vergessen, sorry)










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RE: Wie kommt man zu einem 1957er Oldsmobil und die Folgen

#13 von Jochen , 15.04.2016 08:13

Das wird alles sehr ordentlich, die Maschine jedenfalls sieht schon mal super aus. Möge sie auch so laufen und treu ihren Dienst versehen!

Ich gehöre übrigens auch zu den Hebebühnen- und Grubenlosen "Unter-das-Auto-Krabblern", was mit zunehmenden Alter immer unangenehmer wird...


Mein Fahrzeug: 1955 Oldsmobile Super 88 Holiday Coupé

 
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RE: Wie kommt man zu einem 1957er Oldsmobil und die Folgen

#14 von Admin , 16.04.2016 08:43

Zitat
was mit zunehmenden Alter immer unangenehmer wird...



oh Jochen, du sprichst mir aus dem Herzen


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RE: Wie kommt man zu einem 1957er Oldsmobil und die Folgen

#15 von Admin , 25.04.2016 06:48

In den letzten Tagen wurden Restarbeiten am Bremssystem, insbesondere der Unterdruckverstärker der Bremse, genannt "PowerBrake" wieder instand gesetzt. Hände voll "geronnene" Bremsflüssigkeit wurde aus dem Power-Brake entfernt (nur hab ich vergessen davon Bilder zu machen). Die Bremsanlage ist entlüftet, alles ist dicht und es bremst. Kabel wurde unter dem Armaturenbrett (Dashboard) richtig angeklemmt so das jetzt wieder die elektrische Sitzverstellung funktioniert wie auch die elektrischen Fensterheber. Ein Fensterheber will sich noch nicht aus seinem 30jährigen schlaf erwachen ... mal sehen wann ich das auch noch behebe.

Dann hatten wir ein teil übrig ... die Motorentlüftung. also hoch mit Marilyn und runter unters Auto







Das Jetaway wurde mit 6 Liter ATF-Öl befüllt (damit welches die Lager umspühlt), die Benzinpumpe verlangte nach einer neuen Gummidichtung zum Schauglas. Benzin wurde direkt eingefüllt, dann den Benzinschlauch der zu Benzinpumpe führt verlängert und in einen Benzinkanister gesteckt.

Diverse Startversuche folgten. Zündkabel wurden umgesteckt, die Zündung richtig eingestellt und dann ...
Zündreihenfolge bzw. Belegung der Zündkabel vom Verteiler zur Zündkerze des 371cui Rocket-Motors

... für alle die wie ich vor einem Puzzle stehen noch mal die richtige Reihenfolge




Der Kühler wurde eingebaut. An nächsten Tag war unter dem Auto eine riesige Öllache mit Getriebeöl. Also wieder Kühler raus und abgedrückt. Alles OK. Kühler wieder rein. Wasserleitungen anschliessen ... eine Leitung fehlt. Muss ich erst irgend wo auftreiben.

Der abgebrochene Stabilisatur wurde durch einen neuen Stabilisator ersetzt und die Fehlteile ergänzt.
Batterie Plus-Kabel wurde eingepasst und ersetzt

Auto waschen ist angesagt, Motorhaube muss anmontiert werden.





Das wird es dann erst mal gewesen sein. Mein Kollege verlässt mich morgen und ich muss den Kühlwasserschlauch besorgen.


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wie Geil ist das denn ... Sun-Motortester uralt ... ein Traum
Holden Monaro GTS 1969

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